Durch Rumänien und weiter über Bulgarien nach Griechenland

24.08.2021: Die letzten Stunden in der Ukraine vor der Grenzüberquerung nach Rumänien habe ich bisher nur unvollständig erzählt. Vor der Abfahrt will ich nämlich noch schnell die gelben Unterlegkeile in dem Flüsschen reinigen, an dem ich seit zwei Tagen stehe, gehe die paar Schritte runter zum Wasser und rutsche mit dem rechten Fuß an der gerade mal 15 bis 20 Zentimeter hohen Böschung aus. Aber das reicht. Mein Fuß knickt heftig nach außen um und tut in der Folge ziemlich saumäßig weh. Der Weg über die Wiese zurück zu Leoni ist bereits eine kräftige Herausforderung. Zu allem Überfluss reiße ich ein paar Minuten später beim Herausfahren vom Stellplatz mit Leoni auch noch ein niedrig hängendes Kabelbündel ab. Es folgen die Suche nach der betroffenen Stellplatzbesitzerin und ihre finanzielle Entschädigung. Ersteres auf extrem humpelnde Weise. Der Tag fängt also so richtig gut an.

Das Autofahren mit dem verletzten Fuß funktioniert dann zum Glück erstaunlich gut, obwohl dieser in der Folge anschwillt und interessante Blutergüsse ausbildet, vorzugsweise an Stellen, wo es gar nicht weh tut. Ich mache mir Sorgen, dass es mir ergehen könnte wie Hildegard letztes Jahr im Herbst. Auch ihr war der Fuß umgeknickt – und dabei gebrochen, was aber erst bei einer Nachuntersuchung festgestellt wurde. Über Monate war sie schwer gehandicapt.

Im Extremfall könnte das jetzt für mich bedeuten, dass ich den ADAC anrufen muss, damit dieser Leoni und mich nach Hause bringt. Dies entspricht aber so gar nicht meinen Vorstellungen vom weiteren Reiseverlauf. Bei diesen Überlegungen wird mir aber auf jeden Fall mal wieder hochgradig bewusst, wie wichtig das gleichzeitige Vorhandensein von Zeit, Geld und Gesundheit für Traveller ist. Beim letzten der drei Punkte bin ich jetzt eindeutig angezählt.

Das Gehen fällt mir die folgenden Tage extrem schwer, vor allem wenn es über holprige Wiesen oder zwar schön anzusehende, aber schwer begehbare, mit Flusssteinen gepflasterte Wege in Burgen und Innenstädten geht. Und davon gibt es in Siebenbürgen viele.

Durch Befragung des Internets und eingehende Telefonberatung lerne ich, dass Kühlung und Voltaren geeignete Gegenmaßnahmen sind. Voltaren habe ich an Bord. Bleibt das Thema Kühlung. Zuerst versuche ich es mit einer wassergefüllten Schüssel, in der ich den Fuß während meiner PC-Arbeit bade. Dann kommt mir der Gedanke, dass die Manschette zur Weißweinkühlung aus dem Gefrierfach doch sicher genau um den Fuß passt. Ich muss halt ein bisschen improvisieren. Und ganz langsam gehen im Laufe der Zeit Schwellung und Schmerzen zurück. Mal sehen, wie lange es dauert, bis alles wieder verheilt ist.

Siebenbürgen liegt genau in der Mitte Rumäniens.

Rumänien hat wie die Ukraine eine eigene Währung, mit Namen Lei. Mein erster Gang nach der Grenzüberquerung führt mich zu einer Wechselstube und der zweite anschließend in den benachbarten Supermarkt, wo ich mit dem gerade frisch erworbenen Geld meine Vorräte wieder auffülle. In den kommenden zwei Wochen will ich in Rumänien vor allem zwei Schwerpunkte bereisen: Siebenbürgen und das Donau-Delta.

Landschaft im Westen Siebenbürgens
Bauerndorf im Westen Siebenbürgens

Siebenbürgen, auch unter dem Namen Transsilvanien bekannt, liegt im Zentrum Rumäniens, ist vom Karpatenbogen weitgehend umschlossen und wurde auf Wunsch des ungarischen Königs ab dem 12. Jahrhundert von deutschen Siedlern bevölkert. Diese sollten sein Reich nach Osten absichern. Es ist das gleiche Verfahren, das Jahrhunderte später beispielsweise auch der brasilianische Kaiser Dom Pedro II. Mitte des 19. Jahrhunderts eingesetzt hat, als er den brasilianischen Süden durch deutsche Siedler gegen die spanischsprachigen Nachbarländer zu sichern versuchte. Auf unserer Panamericana-Reise hatten wir dieses Gebiet und seine hochspannende Siedlungsgeschichte ja ausgiebig kennengelernt.

Am Tag der Grenzüberquerung ist das Wetter umgeschlagen. Es regnet immer wieder und ist für Ende August erstaunlich kalt. Mehrere Tage bleibt das leider so. Wegen meines lädierten Fußes lasse ich es zwangsläufig eher langsam angehen. Westlich der Stadt Turda, die früher interessanterweise Thorenburg hieß, lande ich in den Bergen auf einem einsamen Bauernhof. Ein äußerst enger, dicht bewachsener Hohlweg, den ich auf dem Weg dorthin passiere, sorgt dafür, dass die Lampe vorne links oben an der Kabine halb abgerissen wird. Letztes Mal ist dieses Malheur in ähnlicher Weise in Kolumbien passiert und dann in Bogota fachmännisch repariert worden.

Auch die Arretierung des rechten Außenspiegels gibt in Rumänien ein weiteres Mal ihren Geist auf. Dieses Problem kenne ich noch gut aus Australien. Mit Panzerband lässt es sich aber vergleichsweise leicht lösen. Das sieht nicht besonders schön aus, funktioniert aber.

Im Vergleich zu der Fußverletzung sind diese Problemchen mit Leoni vernachlässigbar. Aber leider kommt in Rumänien noch ein deutlich gravierenderes hinzu. Dazu später mehr.

So sieht mein Fuß am fünften Tag nach dem Malheur aus …
… und so der bandagierte Außenspiegel.
Stellplatz auf einem Bauernhof in Siebenbürgen

Die Wiese auf dem angesprochenen Bauernhof, die mein Stellplatz wird, ist äußerst uneben, was sich auch mit den Keilen nicht komplett ausgleichen lässt. Als Folge steht Leoni sehr schräg. Dies wiederum führt dazu, dass das Wasser aus der Spüle nicht mehr abläuft. Ein bekannter Effekt. Das ist zwar unschön, wird aber irgendwie quasi ausgeglichen durch die Ankündigung der jungen Bäuerin, dass sie eine nagelneue Waschmaschine mit integriertem Trockner hat, den ich gerne benutzen darf. Leider glaube ich die Geschichte mit dem integrierten Trockner, und da bzgl. des Waschens dringender Handlungsbedarf besteht, mache ich mich unverzüglich an die Arbeit.

Als ich die erste Ladung Wäsche nach zweieinhalb Stunden herausnehme, ist diese noch quasi tropfnass. Von integriertem Trockner keine Spur. Lediglich Schleudern mit bis zu 1.000 Umdrehungen pro Minute ist möglich, wie ich jetzt erfahre. Ich bin ziemlich schockiert, weil ich ahne, was das bedeutet. Die Maschine ist erkennbar nagelneu und hat viele Knöpfe mit sicher sehr aussagefähigen rumänischen Beschriftungen, mit denen ich aber leider überhaupt nichts anfangen kann. Und woran sollte ich erkennen können, ob eine Trocknerfunktion dabei ist und somit die freche Behauptung der jungen Bäuerin stimmt?

Meine zweite Wäscheladung wird zu allem Überfluss von der jungen Dame als zu groß bzw. zu schwer bewertet und folglich geteilt. Den ersten Teil davon hänge ich noch kurz vor Mitternacht mit Stirnlampe ausgestattet auf die vorhandenen Wäscheleinen. Die verbleibende dritte Ladung darf ich in der Nacht dann aber nicht mehr starten. Das wird die alte Bäuerin um 6.00 h in der Früh übernehmen. Ganz bestimmt. Ich hatte mir die Waschprozedur deutlich anders vorgestellt.

Natürlich ist am Morgen gar nichts gestartet. Mir ist mittlerweile klar, dass ich wegen der Wäsche einen weiteren Tag bleiben muss. Bevor ich dafür sorgen kann, dass die dritte Maschine endlich in Gang gesetzt wird, sehe ich nach der auf der Leine hängenden Wäsche vom Vortag. Da kommt einer der vielen Hunde des Bauernhofs mit gefletschten Zähnen angesaust und beißt mir ins rechte Bein. Einfach so. Etwa 20 cm oberhalb des kaputten Fußes. Ich desinfiziere die Wunde und spüre in den nächsten Tagen von der Bisswunde erstaunlicherweise so gut wie gar nichts. Der Schmerz im Fuß ist so dominant, dass er den der Bisswunde locker überstrahlt. Also eigentlich hat der Hund sich eine sehr gute Stelle zum Reinbeißen ausgesucht. Man muss einfach versuchen, positiv zu denken.

Rumänien ist übrigens zumindest in Europa für mich das Land der streunenden Hunde. Nirgendwo auf der Welt, einige Gegenden in Südamerika vielleicht ausgenommen, gibt es aus meiner Sicht eine solche Dichte an streunenden Hunden. Die sind eine regelrechte Pest.

Doch zurück zum Wäschewaschen. Um kurz vor 11.00 Uhr ist meine dritte und letzte Maschine mit der Bettwäsche endlich fertig. Um 11.10 Uhr hängt alles fein säuberlich aufgereiht auf der Leine. Doch zehn Minuten später erscheint die alte Bäuerin und macht mir mit Händen und Füßen klar, dass es laut Wetterbericht um 12.00 Uhr anfangen wird zu regnen. Mit der gleichen Kommunikationsmethode (Hände und Füße) frage ich, ob ich die Wäsche in das zurzeit freie Frühstückshäuschen umhängen darf. Sie zuckt mit den Schultern, was ich als Zustimmung werte. Schnell ziehe ich kreuz und quer die nötigen Wäscheleinen und hänge humpelnder Weise die Wäsche um. Ungefähr fünf Minuten, nachdem ich das geschafft habe, setzt heftiger Regen ein, der den Rest des Tages anhält. Offenbar habe ich ab und zu auch mal ein bisschen Glück im Unglück.

Den Ablauf der Wäschewaschaktion habe ich hier übrigens nur ganz grob geschildert. In Wirklichkeit war alles noch viel verrückter, verwickelter, komplizierter und würde sich sicher für eine umfangreiche Sketch-Serie in mehreren Akten eignen.

Ins Frühstückshäuschen umgehängte Wäsche
Und jetzt hängt die Wäsche in Leoni.

Am nächsten Morgen ist natürlich immer noch alles nass. Aber ich will nur noch weg. Ich spanne in Leonis Kabine kreuz und quer etliche Wäscheleinen und hänge die Wäsche dorthin. Dann fahre ich weiter nach Eisenmarkt/Hunedoara und hoffe, dass das ganze Zeug irgendwann wieder trocken ist und weggepackt werden kann. Was dann tatsächlich auch erstaunlich gut funktioniert. Am Abend ist alles trocken.

Zu meiner großen Freude habe ich als Nächstes zwei Tage lang heftigen Durchfall, was zum Glück nur sehr selten vorkommt, ein Umstand, der mir aber zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht konkret weiterhilft. Die Ursache bleibt im Dunkeln. Bezüglich der Details will ich mich zurückhalten, kann aber zumindest so viel sagen, dass ich das Ganze nicht als vergnügungssteuerpflichtig empfinde.

In Eisenmarkt/Hunedoara wurde, wie der Name schon vermuten lässt, seit dem Mittelalter Eisenerz abgebaut und verhüttet. Das heute ArcelorMittal gehörende Stahlwerk arbeitet allerdings nur noch in sehr bescheidenem Umfang.

Die Haupt-Sehenswürdigkeit von Eisenmarkt/Hunedoara ist nicht das eher unansehnliche Stahlwerk, sondern die unter vielen Namen bekannte Burg Hunedoara, die auf Hinweisschildern als Castelul Corvinilor oder englisch Corvins Castle bezeichnet wird. Namensgeber ist der ungarische König Matthias Corvinus, Zeitgenosse und Gegenspieler von Kaiser Maximilian I. Die sehr fotogene Burg ist ein beliebtes Ausflugsziel, wird gerne als Filmkulisse genutzt und kostet stolze 35 Lei Eintritt, das sind fast 7 Euro. Leider sind viele Teile wegen Renovierungsarbeiten eingerüstet, was die Optik an vielen Stellen stark beeinträchtigt.

Hier geht es zur Burg Hunedoara.
Die Burg Eisenmarkt/Hunedoara

Mein nächstes Ziel ist Karlsburg/Alba Iulia. Hier errichteten die Römer vor fast 2.000 Jahren ihr Castrum Apulensis. Nur aus der Luft ist die gesamte von Prinz Eugen viele Jahrhunderte später 1714 in Auftrag gegebene Festungsanlage in Form eines siebenzackigen Sterns zu erkennen und in ihrer Gesamtheit zu bewundern. Die Mauern sind noch fast komplett erhalten, und auch heute gibt es nur ganze zwei Zugänge zur Stadt. Das bedeutet, dass ich vom von mir gewählten Parkplatz aus einen ziemlich weiten Weg rund um die Festungsmauer zu einem dieser beiden Stadttore nehmen muss, was mir einerseits die kolossalen Ausmaße dieser imposanten Festung sehr anschaulich macht, andererseits aber meinem Fuß nicht sonderlich gut tut.

Die siebenzackige Festung von Karlsburg/Alba Iulia (Luftbild aus dem Internet)
Die weitgehend intakten Festungsmauern
Die Kathedrale St. Michael in Karlsburg/Alba Iulia

Das Innere der Stadt besteht aus einer erstaunlichen Ansammlung von Baudenkmälern. Hervorheben möchte ich die Kathedrale St. Michael, die auf das Jahr 1009 zurückgeht, nach dem Tatareneinfall von 1241 aber so schwer beschädigt wurde, dass ein Neubau erforderlich wurde, der im Wesentlichen bis heute Bestand hat.

Es ist Wochenende, und in Karlsburg/Alba Iulia findet ein dreitägiges Römer-Festival statt. Dabei treten u.a. vor der Kathedrale römische Legionäre gegen eine Horde Barbaren zu einer regelrechten Schlacht an. Ein wirklich gut gemachtes Spektakel, das bei den vielen anwesenden Zuschauern regelrechte Begeisterungsstürme auslöst.

Die römischen Legionäre
Die Barbaren
Die Schlacht

In Siebenbürgen gibt es eine ganze Vielzahl von Bauwerken, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Das erste davon, das ich besuchen will, ist die Gräfenburg in Kelling/Câlnic. Leider ist das Tor entgegen der angeschlagenen Öffnungszeit fest verschlossen, so dass ich die Burganlage nur von außen bewundern kann.

Die Gräfenburg in Kelling/Câlnic

Hermannstadt, rumänisch Sibiu, das nächste von mir aufgesuchte Ziel, ist gewissermaßen Ausgangspunkt und Zentrum der deutschen Siedlungsgeschichte in Siebenbürgen. Vermutlich im Jahre 1147 ließen sich die ersten deutschen Siedler hier nieder. 2007 war die Stadt dann zusammen mit Luxemburg Kulturhauptstadt Europas. Infolgedessen wurde der Altstadtkern aufwändig restauriert. Ein paar Meter vom Zentrum entfernt ist der Verfall allerdings unübersehbar.

Wegen der feuchtkalten Witterung bringe ich in Hermannstadt leider keine sonderlich attraktiven Fotos zustande. Dabei hat die Stadt touristisch und auch fotografisch gesehen durchaus einiges zu bieten. Bedauerlicherweise sind bei meinem Besuch zusätzlich zum schlechten Wetter auch noch beide großen Plätze im Zentrum von Verkaufsbuden, aufblasbaren Riesenplastikdekorationen, Absperrbändern und einer Konzertbühne – man muss das schon so sagen – massiv verunstaltet.

Altstadt von Hermannstadt/Sibiu
Katholische Stadtpfarrkirche im Zentrum von Hermannstadt/Sibiu
Reste der Stadtbefestigung von Hermannstadt/Sibiu

Der deutsche Name Hermannstadt wird übrigens im Stadtbild keineswegs verschwiegen. Er taucht an vielen Stellen auf, z.B. auf allen Orientierungstafeln und Kanaldeckeln. In Böhmen und Schlesien habe ich so etwas wie berichtet nicht erlebt. Aber in Siebenbürgen ist die Rückwanderung der Deutschen ja auch völlig anders verlaufen. Darauf komme ich noch zu sprechen.

Auch heute gibt es durchaus noch Deutsche in Hermannstadt. Es werden nur, wie in ganz Siebenbürgen, immer weniger. Laut Wikipedia haben sich in Hermannstadt beim Zensus 2011 von ca. 147.000 Einwohnern 1.561 Personen selbst als Deutsche bezeichnet, das ist nur geringfügig mehr als 1%. Im Jahr 1977 sind es dagegen noch 25.403 gewesen, was etwa 17% entspricht. 1850, also vor 170 Jahren, waren es noch 69%.

Besonders beeindruckt bin ich in Hermannstadt vom Inneren der orthodoxen Kathedrale. Dieses von außen betrachtet eher schlichte Gotteshaus entfaltet im Inneren eine Wahnsinnspracht, die man in Westeuropa so zumindest nicht gewohnt ist.

In der orthodoxen Kathedrale von Hermannstadt/Sibiu

Siebenbürgen ist unter anderem berühmt für seine vielen und zum Teil außerordentlich gut erhaltenen Kirchenburgen. Es gibt über 160 davon. Immerhin 7 haben es in die UNESCO-Weltkulturerbe-Liste geschafft. Die erwähnte in Kelling/Câlnic ist eine davon. Gleichzeitig ist dies auch die bisher einzige Kirchenburg, die ich überhaupt gesehen habe, wenn auch – wie beschrieben – nur von außen.

Über viele Jahrhunderte waren die Dörfer und Städte der Siebenbürger Sachsen den Angriffen von Mongolen, Tataren und vor allem Türken ausgesetzt. Die Dörfer konnten sich aufwändige Stadtmauern nicht leisten und hätten auch nicht genug wehrfähige Personen gehabt, um diese zu verteidigen. Also haben sie das wichtigste, was sie hatten, nämlich ihre Kirche, mit einer hohen Mauer umgeben und sich bei einem Angriff dorthin zurückgezogen. Die Vorräte des Dorfes wurden ohnehin grundsätzlich in der Kirchenburg gelagert. Das hatte zur Folge, dass die Belagerer keine oder nur sehr wenig Nahrung im Umfeld durch Plünderung „akquirieren“ konnten. Daher mussten sie in aller Regel die Belagerung nach einiger Zeit wegen akutem Nahrungsmangel abbrechen. Die Gegenstrategie der Siebenbürger Sachsen gegen die ständigen Angriffe und Belagerungen mit Kirchenburgen war insgesamt sehr erfolgreich und wurde deshalb im gesamten Siedlungsgebiet angewandt.

Birthälm/Biertan ist eine der UNESCO-gelisteten Kirchenburgen. Auf dem Weg dorthin von Hermannstadt aus fahre ich abseits der Hauptstraßen durch vergleichsweise winzige Dörfer. Diese haben alle eines gemeinsam. Sie wirken verlassen, fast wie Geisterdörfer. Viele Häuser sind bereits völlig verfallen, ab und zu taucht ein bewohntes und dann in aller Regel auch blumengeschmücktes Haus auf. Das Ganze wirkt ziemlich trostlos. Der Hintergrund ist immer derselbe: Der Großteil der Bewohner ist nach Deutschland ausgewandert. Die Ortsschilder sind immerhin oft noch zweisprachig, rumänisch und deutsch.

Beispiel für ein zweisprachiges Ortsschild

Die Frau an der Kasse der Kirchenburg Birthälm/Biertan ist Deutsche. Sie erklärt mir, dass nach der Wende Anfang der 90er Jahre, als die Grenzen geöffnet wurden, die noch verbliebenen Siebenbürger Sachsen fast geschlossen nach Deutschland ausgewandert sind, weil sie sich dort ein besseres Leben erhofften. Jetzt wären nur noch sehr wenige Deutsche da. Aber auch die Rumänen seien wegen der hohen Arbeitslosigkeit weggezogen, als Gastarbeiter nach Italien, Frankreich, Spanien, Deutschland.

Typisches Straßenbild in Birthälm/Biertan

Die Kirchenburg von Birthälm/Biertan ist einfach nur toll. Ich bin wirklich tief beeindruckt. Ende des 15. Jahrhunderts wurde die bis heute bestehende spätgotische Kirche auf den Grundmauern einer früheren romanischen Kirche gebaut. Nach und nach entstanden drei dicke und hohe Mauern mit vielen Türmen ringsum.

Die Kirchenburg von Birthälm/Biertan
Blick von der Kirchenburg auf das Dorf Birthälm/Biertan

Auf die Stadt Schäßburg/Sighișoara mit ihrem dreisprachigen Ortseingangsschild (rumänisch, deutsch, ungarisch) freue ich mich schon lange. Sie wird auch als das Juwel Siebenbürgens bezeichnet. Die in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von deutschen Einwanderern gegründete mittelalterliche Burgstadt ist unverändert vollständig bewohnt und absolut einmalig in Europa. Das komplette historische Zentrum wurde daher von der UNESCO 1999 zum Weltkulturerbe ernannt. Von den ursprünglich 14 Türmen der gewaltigen Festung sind noch 9 erhalten. Jeder trägt auch heute noch den Namen der Zunft, die ihn gebaut, instandgehalten und verteidigt hat. So gibt es den Schneiderturm, den Schmiedeturm, etc.

Der Stundturm ist das ehemalige Rathaus und das Wahrzeichen von Schäßburg/Sighișoara.
Die Tischlergasse in Schäßburg/Sighișoara

Vlad II. Dracul, der Pfähler, auch als Graf Dracula bekannt, wurde 1431 in Schäßburg geboren. Sein Vater musste vor den Türken aus der Walachei fliehen und wurde vom Schäßburger Bürgermeister in dem Haus einquartiert, in dem dann sein Sohn geboren wurde. Das Geburtshaus beherbergt heute ein Restaurant.

Das Geburtshaus von Graf Dracula
Hinweistafel zu Graf Dracula

Die gesamte Stadt ist mit runden Flusssteinen gepflastert. Das sieht sehr gut aus, macht mir beim Gehen allerdings enorme Schwierigkeiten. Beim Mittagessen in einem Straßenrestaurant passiert etwas Überraschendes. Die junge Kellnerin spricht deutsch als Muttersprache. Auf der Straße spreche ich kurz darauf eine Frau an, die mit Siebenbürger Akzent auf ihrem Handy telefoniert, und unterhalte mich kurz mit ihr. Sie bestätigt, dass es schon noch einige Deutsche in Schäßburg und Umgebung gibt. Auch in den Kirchen werden noch Messen auf Deutsch gehalten. Dazu passt, dass auch viele Restaurants und Straßen noch deutsche Namen haben, ggf. als Zweit-Namen neben dem rumänischen.

Blick von oben auf die Befestigungsanlagen von Schäßburg/Sighișoara

Oben auf dem Friedhof neben der alten Bergkirche ist dagegen alles praktisch rein deutsch. Die Grabsteine erzählen Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten bis hinein in die Gegenwart. Am Grab des 1875 gestorbenen Bürgermeisters von Schäßburg Michael Wenrich und seiner Gattin Therese verweile ich einige Zeit. Auf dem Grabstein wird auf die 7 im jugendlichen Alter verstorbenen Kinder des Ehepaares hingewiesen. Das muss man erst einmal auf sich wirken lassen. 7 tote Kinder. Und die sind sicher nicht alle vom Pferdefuhrwerk überfahren worden oder in die Jauchegrube gefallen und darin ertrunken. Auch der Rhesus-Faktor war sicher nicht schuld.

Es waren vielmehr die damals weit verbreiteten Infektionskrankheiten wie Pest, Cholera, Typhus, Pocken, Diphterie, Masern, etc., etc. Krankheiten also, die uns heutzutage in Westeuropa nicht mehr wirklich beunruhigen. Und warum nicht? Weil sie durch Impfen komplett zurückgedrängt werden konnten.

Und wenn ich mir jetzt in der aktuellen Corona-Pandemie unsere Impfgegner vergegenwärtige, wünsche ich mir bei denen etwas mehr Kenntnisse über die Vergangenheit, etwas mehr Geschichtsbewusstsein. Wenigstens ein bisschen. Das würde vielleicht schon helfen.

Grabstein auf dem Friedhof von Schäßburg/Sighișoara

Mein nächstes Ziel ist das Dracula-Schloss Bran im Südosten Siebenbürgens in der Nähe von Kronstadt/Brașov. Auf dem Weg dorthin fahre ich durch weites, offenes, leicht hügeliges, fruchtbares Land. Überrascht bin ich darüber, dass sogar Hopfen angebaut wird. Schon vorher habe ich mir vorgenommen, das Dracula-Schloss nur von außen zu betrachten und auf eine Besichtigung zu verzichten. Angesichts der Touristenscharen vor Ort bereue ich diese Entscheidung nicht. Ich fahre lieber weiter nach Kronstadt.

Landschaft im östlichen Siebenbürgen
Das Dracula-Schloss in Bran

Kronstadt wurde im frühen 13. Jahrhundert vom Deutschen Orden unter dem zurzeit sehr aktuellen Namen Corona gegründet. Neben Hermannstadt war es über Jahrhunderte kulturelles, religiöses und wirtschaftliches Zentrum der Siebenbürger Sachsen. Der auch heute noch sehr verehrte einheimische Reformator Johannes Honterus war maßgeblich daran beteiligt, dass die Siebenbürger Sachsen bis 1543 praktisch geschlossen zur Reformation übertraten. Eine eindrucksvolle Statue von ihm steht vor der sogenannten Schwarzen Kirche, dem Wahrzeichen von Kronstadt. Sie erhielt ihren Namen nach dem großen Stadtbrand von 1689, der nur die schwarzen Mauern der im Jahr 1480 erbauten gotischen Kirche übrigließ.

Dreisprachiges Schild am Ortseingang (rumänisch, deutsch, ungarisch)
Das Rathaus im Zentrum von Kronstadt/Brașov
Blick vom Rathausplatz auf die Schwarze Kirche

Auch in Kronstadt ist der Anteil der deutschen Bevölkerung wie überall in Siebenbürgen massiv zurückgegangen. Laut Wikipedia betrug er im Jahr 1850 etwas mehr als 40%. Bei der letzten Volkszählung im Jahr 2011 war es dagegen nur noch ungefähr ein halbes Prozent.

Nur wenige Kilometer weiter östlich stehen zwei weitere eindrucksvolle Kirchenburgen, die ich mir ausführlich anschaue. Die erste der beiden, Tartlau/Prejmer sogar zweimal, da ich abends zum Zeitpunkt der Schließung der Anlage mit der Besichtigung noch nicht fertig bin. Ich übernachte auf dem Parkplatz vor der Kirchenburg, kaufe am Morgen ein neues Ticket und setze meine Erkundung fort. Ohne Übertreibung kann ich sagen, dass ich etwas ähnlich Eindrucksvolles nur sehr selten gesehen habe. Die Anlage ist spektakulär und einzigartig und gehört völlig zu Recht zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Ringmauern sind 10 – 12 m hoch und 2 – 3 m dick. Im 32 m langen tunnelförmigen Eingang befindet sich ein äußerst massives Falltor. Und an der Innenseite der Burgmauern sind über 200 Wohnungen in mehreren Stockwerken angeordnet.

Die Kirchenburg von Tartlau/Prejmer
Im Innern der Kirchenburg von Tartlau/Prejmer

Die dritte von mir besichtigte Kirchenburg ist die nur 12 km westlich von Tartlau liegende Festung von Honigberg/Hărman. Hier unterhalte ich mich lange mit dem Mann an der Kasse, der sich quasi als lebendes Lexikon zum Thema Kirchenburgen entpuppt. Er ist Banater Schwabe, stammt also aus dem ursprünglich deutschsprachigen Banat im westlichen Rumänien und hat fast 30 Jahre in Deutschland gearbeitet. Er ist dann mit seiner aus Honigberg stammenden Frau zurück nach Rumänien gegangen und sieht seine Lebensaufgabe jetzt darin, das Erbe der Kirchenburgen zu bewahren, speziell das von Honigberg.

Der Eingang zur Kirchenburg von Honigberg/Hărman
Im Innern der Kirchenburg von Honigberg/Hărman
Sehr rustikale Sitzbänke in der Kirche von Honigberg/Hărman

Honigberg ist zwar ähnlich, auf eine gewisse Art aber auch durchaus anders als Tartlau aufgebaut, und viele halten Honigberg trotz der unbestreitbaren Vorzüge von Tartlau für die schönste aller Kirchenburgen. Ich frage meinen Gesprächspartner, warum Tartlau eigentlich als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet ist, Honigberg aber nicht. Seine Antwort ist zweigeteilt. Zum einen hat die UNESCO aus jeder Region nur eine Kirchenburg genommen, und Tartlau und Honigberg liegen einfach zu dicht nebeneinander. Und zum anderen haben die Honigberger noch im 19. Jahrhundert die Wohnungen und Lagerräume an der Innenseite der Burg herausgerissen, um die wertvollen Steine für andere Zwecke zu verwenden. Daraus wurde beispielsweise die neue Schule gebaut. In Tartlau ist dagegen die Innenstruktur der Kirchenburg nicht angetastet worden und somit komplett erhalten geblieben.

Ich erfahre, dass Honigberg innerhalb von 300 Jahren schriftlich belegt insgesamt 63 mal belagert wurde, das weiter östlich liegende Tartlau, auf das die aus Osten kommenden Angreifer immer zuerst stießen, sogar noch öfter. Und kein einziges Mal wurde Tartlau oder Honigberg eingenommen. Die Angreifer hatten einfach keine Mittel, etwas gegen die dicken Mauern auszurichten. Mit Kanonenkugeln aus Stein war gegen die Mauern nicht anzukommen. Davor mussten die Belagerten nur dann Angst haben, wenn sie fast senkrecht von oben kamen. Deshalb wurden die Dächer auf der Innenseite der Burg sehr schräg angelegt und mit zwei Ziegelschichten ausgeführt. Die Steinkugeln rollten dann weitgehend wirkungslos herunter.

Die schwerste Zeit für die Bevölkerung war das 15. Jahrhundert mit vor allem den Türken als immer wiederkehrenden Angreifern. Aus heutiger Sicht gelingt es kaum, sich die Situation der Menschen zur damaligen Zeit einigermaßen konkret vorzustellen. Denn Fakt ist ja: Innerhalb von 300 Jahren wurden Dorf und Kirchenburg Honigberg 63 mal belagert. Das bedeutet im Mittel alle 5 Jahre eine Belagerung. Und die in ihrer befestigten Kirche eingeschlossenen Bewohner Honigbergs haben das jedes Mal erfolgreich durchgestanden. Wie in ähnlicher Weise viele andere deutsche Gemeinden in ihren Kirchenburgen auch.

Auch das Thema Rückwanderung der Rumäniendeutschen in den letzten Jahrzehnten nach Deutschland diskutiere ich mit meinem Gesprächspartner. Schon ein paar Tage vorher hatte ein Rumäne mit ungarischen Wurzeln mir erklärt, dass die frühere kommunistische Regierung die Siebenbürger Sachsen für viel Geld an Deutschland verkauft habe. Was als Verrat an diesen Mitbürgern zu bewerten sei. Jetzt kommt noch eine umgekehrte Version ins Spiel, die offenbar auch Anhänger hat. Dass nämlich Deutschland die Rumäniendeutschen aus dem Land weggekauft hat. Wahrscheinlich ist es wie meistens eine Mischung von allem. Schon 1944 soll übrigens die zurückweichende deutsche Wehrmacht den Rumäniendeutschen zur Flucht geraten haben.

Straßenverlauf in den Ostkarpaten
Schlammvulkane bei Berca

Auf meinem Weg nach Osten Richtung Donau-Delta überquere ich die Ostkarpaten. Die zum Teil sehr gewundene Straße führt mich hoch bis zur Passhöhe auf ca. 1.240 m. Und nach einem kurzen Zwischenstopp an den Schlammvulkanen „Volcanii noroiosi“ bei Berca überquere ich bei der Stadt Braila mit einer Fähre die Donau und gelange schließlich am Ende der Straße nach Murighiol im Donau-Delta. Ab hier geht es nur noch mit dem Boot weiter.

Aber bevor ich Murighiol erreiche, passiert noch so einiges, denn etwa 100 km vorher beginnt Leoni, merkwürdige Geräusche abzugeben. Sie kommen von links und verändern sich im Laufe der Zeit. Zuerst sind sie schleifend, wie Metall auf Metall. Ich vermute fehlende Schmierung an den Blattfedern links, halte immer wieder an, kann aber nichts feststellen. Das Geräusch ändert sich, wird deutlich heftiger und pochend statt schleifend. Auf der ziemlich holprigen Landstraße hört sich das Ganze bald furchterregend an. Ich fahre sehr angespannt langsam weiter und komme zum Schluss, dass es die Blattfedern nicht sein können. Ich tippe auf die Befestigung der Kabine auf dem Fahrzeug-Chassis und fürchte ernsthaft, dass Leoni auseinanderbricht.

Um Hilfe zu suchen, steuere ich die Stadt Tulcea an, und erhalte diese schließlich auch in einer Renault-Werkstatt. Ein sehr hilfsbereiter und sehr gut Englisch sprechender Kfz-Mechaniker fährt erst einmal mit mir um den Block, legt sich dann unter Leoni und zieht die Befestigungsschrauben der Kabine auf dem Chassis nach. Die sind aber alle in Ordnung. Schließlich findet er die Quelle des Übels. Die Klebeverbindung beim linken der beiden Hartgummiteile, welche die Wohnkabine auf der Fahrerkabine abstützen, ist dabei, sich komplett zu lösen und verursacht dabei die schabenden bzw. stoßenden Geräusche. Das sollte natürlich irgendwann repariert werden, stelle aber keine unmittelbare Gefahr dar, meint der Kfz-Mechaniker. „No reason to really worry about.“ Hoffentlich hat er recht.

Auf der Fahrt nach Murighiol macht Leoni weiter die gleichen Geräusche wie vorher, was ich aber bereits relativ entspannt zur Kenntnis nehme.

Auf der linken Seite sich ablösender Hartgummipuffer zwischen Wohn- und Fahrerkabine

Am nächsten Morgen steht eine Bootstour hinein ins Donau-Delta an. Um 5.00 h klingelt der Wecker, um 5.45 h geht es noch im Stockdunkeln los. Außer dem Bootsführer sind 5 Touristen an Bord. Wir sehen eine ganze Reihe Wasservögel, Eisvögel, verschiedene Reiherarten, Kormorane, Schwäne, einen Seeadler und etliche Pelikane. Insgesamt ist die Wasserwelt des Deltas beeindruckend und auch sehr schön anzusehen.

Ich möchte niemandem die eventuelle Vorfreude nehmen, muss aber zugeben: Das ganz große Erlebnis ist es für mich nicht. Wahrscheinlich habe ich schon zu viele andere spektakuläre Bootstouren gemacht: Im Tortuguero Nationalpark in Costa Rica, auf dem Rio Ibaré und dem Rio Mamoré in Bolivien, im Okavango-Delta in Botswana, im Kakadu National Park in Australien, auf Galapagos und in Spitzbergen. Wahrscheinlich bin ich diesbezüglich zu anspruchsvoll geworden oder ganz einfach übersättigt.

Unser Kapitän im Donau-Delta
Pelikane und Schwäne
Wasserwelt im Donau-Delta

Nach der Rückkehr von der Bootstour sehe ich mir die Hartgummipuffer noch einmal genauer an und stelle fest, dass derjenige auf der rechten Seite sich komplett abgelöst hat. Bisher hatten wir nur die beginnende Ablösung links bemerkt. Von der rechten Seite hatte ich unterwegs nichts registriert und auch keinerlei Geräusch wahrgenommen.

Ändert das die Situation? Ich mache ein paar Fotos und schicke diese an meine Toyota-Werkstatt in Deutschland. Es folgt ein längeres Telefonat mit dem mir gut bekannten Junior-Chef. Sein Fazit: Es scheint eine Relativbewegung gegeben zu haben zwischen Chassis und Kabine, im schlimmsten Fall vielleicht sogar einen Bruch in der tragenden Konstruktion. Ich solle nicht einfach weiterfahren, sondern das Ganze noch einmal sorgfältig ansehen lassen.

Ich folge dem Rat, mache Leoni startklar und fahre die gut 40 km zurück nach Tulcea zu Renault. Die Geräusche haben sich gegenüber dem Vortag deutlich verringert. Weil der rechte Puffer sich auf der Fahrt von Tulcea nach Murighiol gestern komplett abgelöst hat? Das könnte immerhin sein.

Der Mechaniker vom Vortag sieht sich das Ganze noch einmal detailliert an. Es gibt keine Verschiebespuren an den Befestigungsstellen Chassis-Kabine. Da ist nichts verrutscht. Auch einen Bruch in der tragenden Konstruktion können wir praktisch ausschließen. Die Erklärung, auf die wir uns verständigen, ist eine andere: Der Alkoven von Leoni ist weit nach vorne ausladend und somit ziemlich schwer. Bei jeder Erschütterung macht er eine Nickbewegung, die jahrelang zuverlässig von den Hartgummipuffern aufgefangen wurde. Jetzt nach Abscheren der Klebeverbindungen allerdings nicht mehr. Möglicherweise sollte man die Position der Hartgummipuffer bei der Reparatur so verändern, so dass sie nicht mehr schräg, sondern senkrecht auf die Fahrerkabine einwirken, damit die durch die Nickbewegungen auftretenden Kräfte besser aufgenommen werden können.

Auf dem Weg zur bulgarischen Grenze

Einigermaßen beruhigt setze ich meine Reise nach Süden in Richtung bulgarische Grenze fort. Und tatsächlich verhält sich Leoni weitgehend friedlich. Bei unebener Fahrbahn werden die Geräusche etwas lauter, aber diese sind kein Vergleich mehr zu denen, die während des Ablösevorgangs der Klebeverbindung aufgetreten sind, als ich ernsthaft um die Stabilität von Leoni insgesamt fürchtete. Die beiden Hartgummipuffer sind jetzt offenbar komplett lose und „arbeiten“ nicht mehr. Auch in den nächsten Tagen kann ich keine Veränderung bzw. Verschlimmerung der Lage feststellen.

Wie immer vertanke ich vor der Grenze den Rest der Landeswährung und stehe dann noch auf rumänischer Seite eine gute halbe Stunde im Stau. Der Grund ist die ausgiebige Kontrolle der Impf- bzw. Testzertifikate. Auf bulgarischer Seite wird sogar die Kabine durchsucht. Geforscht wird nach Schweinefleisch, das wohl nicht importiert werden darf. Wahrscheinlich steckt die Schweinepest dahinter, denn am Straßenrand sehe ich später immer wieder große Plakate mit einem Wildschwein darauf plus erklärendem Text.

Am Zoll werden noch die Daten von Personalausweis und Kfz-Schein ins Computersystem übertragen. Damit ist zwar die Einreise vollzogen, für mich aber noch nicht alles erledigt. Denn ich brauche noch eine Genehmigung, die bulgarischen Straßen zu benutzen. Für PKW bis 3,5 t genügt eine Vignette, die man für eine Woche oder gestaffelt für bis zu einem Jahr an einem Automaten kaufen kann. Leoni hat aber 4 t, wird behandelt wie ein LKW und braucht einen sogenannten Routepass, bei dem Grenzort der Einreise, Grenzort der Ausreise, gewählte Route, gewünschte Zeit und viele weitere Angaben gemacht werden müssen. Schon zu Hause bei der Vorbereitung der Reise, als ich von dem bulgarischen Prozedere erfahre, ist mir klar, dass hier wahrscheinlich Ärger auf mich zukommt.

Die Dame, bei der ich Geld wechsele und die auch Vignetten verkauft, weigert sich kategorisch, sich mit dem Thema Routepass zu beschäftigen. Sie verweist mich an einen Apparat, der ca. 100 m entfernt mutterseelenallein in der Gegend herumsteht. Es ist ein hochmodernes Gerät, bei dem man zunächst die verschiedensten Sprachen anwählen kann. Ich wähle deutsch und mache mich an die Arbeit. Name, Mailadresse, Telefonnummer, Kennzeichen, Schadstoffklasse, Erstzulassung, etc. Das ist viel Arbeit, lässt sich aber bewältigen. Doch dann kommt der Name des Grenzorts der Einreise. Es werden dutzende Namen von Grenzorten angeben, von denen ich noch nie gehört habe. Mit dem Handy gehe ich ins Internet, suche eine Landkarte mit dem Namen der Grenzorte und werde schließlich fündig. Dann das gleiche mit dem Grenzort der Ausreise. Auch das ist irgendwann geschafft. Dann muss ich die gewünschte Route eingeben. Und ich kann machen, was ich will: Der Apparat akzeptiert von meinen Eingaben nichts.

Da kommt ein bulgarischer LKW-Fahrer dazu, der ebenfalls einen Routepass braucht. Er ist damit sehr schnell fertig, und ich bitte ihn anschließend um Hilfe. Er spricht sehr gut Englisch und kämpft nun gemeinsam mit mir gegen das System, hat aber natürlicherweise Probleme mit den deutschen Bezeichnungen auf dem Display. Kurz entschlossen drückt er Reset und wählt Bulgarisch als Sprache. Ich muss jetzt alles ein zweites Mal eingeben und habe dabei das wenig überraschende Problem, dass jetzt ich von dem kyrillischen Text völlig überfordert bin. Irgendwann sind wir mit vereinten Kräften trotzdem soweit, wie wir in der deutschen Version schon mal waren. Die gewünschte Route lässt sich aber auch in der bulgarischen Version nicht eingeben. Irgendwann gibt mein LKW-Fahrer auf und rät mir Folgendes: Fahr ein paar Kilometer weiter. Da gibt es eine Tankstelle. Da kaufst Du eine PKW-Vignette für den Camper. Kein Mensch wird das jemals kontrollieren.

Die Vignette klebe ich hinter die Windschutzscheibe.
Das wahrscheinlich häufigste Straßenschild in Bulgarien.

Mit dieser Variante hatte ich zugegebenermaßen gedanklich schon zu Hause gespielt. Und jetzt wird sie konkret wie von meinem Helfer vorgeschlagen umgesetzt. Für 15 Leva, das ist etwas mehr als 7 Euro, kaufe ich eine 7 Tage gültige PKW-Vignette. Und der Trick funktioniert. Ich werde nie kontrolliert.

Am Schwarzen Meer halte ich mich nicht lange auf, sondern steuere Veliko Târnovo im Landesinneren an. Diese geschichtlich bedeutende Stadt liegt auf halbem Weg zwischen Warna und Sofia. Die hoch über der Stadt thronende Festung Zarewez diente im Mittelalter im Zweiten Bulgarischen Reich als Sitz des Zaren. Im Jahr 1393 wurde sie dann durch die Türken nach dreimonatiger Belagerung völlig zerstört und ganz Bulgarien in der Folge ins Osmanische Reich eingegliedert. Erst ein halbes Jahrtausend später, mit dem Russisch-Türkischen Krieg 1877/78, erlangte Bulgarien seine Unabhängigkeit zurück.

Die wiederaufgebaute Kathedrale auf dem höchsten Punkt der Festung Zarewez in Veliko Târnovo

Im Zusammenhang mit meinem Besuch von Sofia muss ich einmal ein Loblied auf die App park4night singen. Darin sind alle möglichen Arten von Übernachtungsplätzen enthalten, aber auch zum Beispiel geschickt liegende Parkplätze zur Besichtigung von touristisch interessanten Orten. Und diese werden von den Nutzern, und regelmäßig auch von mir, benotet und kommentiert.

Bei der Suche in der App nach einem zentrumsnahen Parkplatz finde ich einen sehr gut bewerteten Vorschlag in einem Innenhof nur wenige hundert Meter vom Zentrum Sofias entfernt. Ich bin morgens während der Rush hour dorthin unterwegs, finde trotzdem völlig problemlos hin, bekomme einen Platz zugewiesen und unterhalte mich dann noch länger mit dem Eigner, der jahrelang in der Nähe von Köln gelebt hat und perfekt deutsch spricht. Völlig sorgenfrei kann ich anschließend stundenlang durch die bulgarische Hauptstadt schlendern. Ohne park4night hätte ich diesen genialen Stellplatz in einer engen Seitenstraße niemals gefunden.

Kaum bin ich hundert Meter gelaufen, da stoße ich auf einen Friseursalon, der zu dieser frühen Stunde noch keinerlei Kunden hat. Ich nutze meine Chance und lasse mein wallendes Haupthaar für umgerechnet 5 Euro auf die Soll-Länge von 6 mm zurückstutzen. Derart verschönert beginne ich mit der Besichtigung der vielen Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt von Sofia.

Als erstes entdecke ich die Banja-Baschi-Moschee, die größte und laut Wikipedia einzige noch aktive Moschee von Sofia. Sie ist eines der bedeutendsten Bauwerke der Stadt aus der Zeit der osmanischen Herrschaft und wurde 1566/67 erbaut. Um die Mittagszeit erfreue ich mich am lauten und lang anhaltenden Ruf des Muezzins vom Minarett.

Die Banja-Baschi-Moschee in Sofia

Das bekannteste Bauwerk Sofias und eines der Wahrzeichen der Stadt ist wohl die Alexander-Newski-Kathedrale. Sie wurde zur Erinnerung an die 200.000 im Kampf für Bulgariens Unabhängigkeit im Russisch-Türkischen Krieg 1877/78 gefallenen russischen Soldaten gebaut. Ein Bulgarisch-orthodoxer Gottesdienst ist gerade im Gange, der mit seinen Gesängen Ruhe und Würde ausstrahlt und mich längere Zeit gefangen hält. Trotz des Gottesdienstes wird am Eingang für umgerechnet 5 Euro eine Fotoerlaubnis verkauft, die es mir erlaubt, diskret aus dem Hintergrund einige stimmungsvolle Bilder zu machen.

Die Alexander-Newski-Kathedrale in Sofia
Im Innern der Alexander-Newski-Kathedrale

Die Kirche Sweta Sofija, von der die bulgarische Hauptstadt ihren Namen hat, ist eine der ältesten Kirchenbauten in Europa. Sie wurde in der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts gebaut, als Sofia noch eine römische Stadt und unter dem Namen Serdica bekannt war. Bei der Invasion der Goten und der Hunnen wurde sie stark beschädigt und unter dem oströmischen Kaiser Justinian in der heutigen Form neu errichtet. In einem Vorgängerbau fand 342, also nur drei Jahrzehnte nach den Edikten von 311 und 313, die den Christen im gesamten Römischen Reich erstmals die freie Ausübung ihrer Religion erlaubten, das Konzil von Serdica statt.

Bei meinem Besuch findet gerade eine Trauung im Bulgarisch-orthodoxen Ritus statt. Außer dem Brautpaar sind maximal ein Dutzend Gäste sowie ein sehr aktiver Fotograf dabei. So fällt es nicht weiter auf, als ich mich in der hintersten Reihe dazustelle und auch ein paar Fotos und Filmaufnahmen mache. Die Zeremonie empfinde ich als sehr ungewöhnlich. So tragen Braut und Bräutigam zum Beispiel zeitweise jeweils große Kronen und schreiten Arm in Arm dreimal feierlich um den Altar herum. Es ist eine sehr bewegende Szene, die ich in Foto und Film festhalte.

Trauung in der Kirche Sweta Sofija
Kontrastprogramm in der Innenstadt

Das Kloster Rila etwa 120 km südlich von Sofia liegt über 1.000 m hoch in den Bergen und ist das größte, schönste und bedeutendste Kloster Bulgariens. Es wurde Anfang des 10. Jahrhunderts gegründet und blieb bei der Eroberung Bulgariens durch die Türken zunächst unversehrt. Später im 15. Jahrhundert dann doch geplündert und schwer beschädigt behielt es über die Jahrhunderte trotzdem seine Stellung als quasi gesamtbulgarische Institution. Das Kloster ist riesig und äußerst eindrucksvoll, und es kostet auch keinen Eintritt, was übrigens für alle von mir besuchten kirchlichen Einrichtungen in Bulgarien gilt. Im Innern des Klosters drängen sich mir merkwürdigerweise Vergleiche zu den Klosterburgen in Bhutan auf, obwohl doch Bauweise und Kultur dort völlig andere sind.

Das Kloster Rila
Angeschmiegt an die Innenseite der Außenmauern liegen die Unterkünfte der Mönche.
Mönch im Kloster Rila

Etwa zwei Kilometer oberhalb des Klosters übernachte ich auf einem schönen Campingplatz. Als ich vor dem Schlafengehen noch die Toilette in Leoni benutzen will, funktioniert ärgerlicherweise der Öffnungsmechanismus nicht. Ein Hebel, der alle Pisten auf der Panamericana und in Australien klaglos ertragen hat, ist nach oben aus einer von ihm zu bewegenden Kunststoffplatte quasi herausgehüpft und hat das System damit lahmgelegt. Dieses Problem war am Vortag zum ersten Mal überhaupt aufgetreten und ließ sich durch manuelles Wiedereinsetzen des Hebels in das dafür vorgesehene runde Loch relativ leicht lösen. Allerdings leider nur vorübergehend.

Mit Stirnlampe ausgestattet nehme ich jetzt die Toilettenkassette heraus und versuche mich an einer stabilen dauerhaften Lösung. Das Einhängen des Hebels allein genügt ja offenbar nicht. Ich versuche, das Ende des Hebels mit Tesafilm und Isolierband zu verdicken, um das beschriebene Heraushüpfen zu unterbinden. Wegen der beengten Verhältnisse und meiner zu dicken Finger funktioniert das aber nicht ausreichend gut. Erst einen Tag später gelingt die hoffentlich endgültige Lösung. Ich schneide die Spitze einer Tube Uhu ab, die ich damit ruiniere, fülle diese gut mit flüssigem Uhu und stülpe sie über das Ende des Hebels. Damit ist dieses sehr unangenehme Thema offenbar erledigt.

Auch dieses Mal vertanke ich vor der Ausreise mein Restgeld und fahre zur griechischen Grenze. Auf der bulgarischen Seite stehen die Zöllner nur Spalier, und ich fahre völlig unbehelligt durch. Das Thema Vignette habe ich damit erfolgreich überstanden. Auf der griechischen Seite dauert es dann etwas länger. Nach einem schnellen Blick auf meinen Personalausweis und einem netten Gespräch mit dem kontrollierenden Uniformierten muss ich mich nämlich anstellen. Das Corona-Zertifikat auf meinem Handy wird begutachtet. Dann bin ich durch.

Willkommen in Griechenland

Auf dem Weg zum östlichen Finger der Chalkidiki-Halbinsel, auf der sich die Mönchsrepublik Athos befindet, bin ich zunächst durchgehend auf Autobahnen unterwegs. Es geht zügig voran, aber es kostet auch, denn insgesamt dreimal werde ich von Mautstationen ausgebremst und lasse insgesamt 12 Euro liegen. Das ist schon fast das Doppelte meiner Notlösung mit der bulgarischen Vignette.

5 Mikrometer? Reicht das?

Immer wieder freue ich mich bei den vielen Durchfahrten unter Brücken über die Höhenangabe. 5 Mikrometer sind ja nicht allzu viel für einen ausgewachsenen Camper wie Leoni (s. Foto).

In Stavros stehen in Richtung Süden zur Mönchsrepublik alle paar Meter Schilder „Für Fahrzeuge größer 3,5 t verboten“. Ausnahmen nur mit spezieller Genehmigung. Ich ignoriere das großzügig und fahre weiter. In Ouranoupoli unmittelbar vor der abgeriegelten Grenze zu Athos checke ich auf dem Campingplatz ein. Und am nächsten Tag nehme ich an einer knapp dreieinhalbstündigen Bootstour teil, die an unzähligen Klöstern vorbeiführt und mit 20 Euro erstaunlich preiswert ist.

Ouranoupoli auf Chalkidiki. Ausgangspunkt für die Athos-Bootsfahrt

Der Zugang zur Mönchsrepublik ist streng geregelt. Frauen ist der Zutritt generell verboten, männlichen Touristen eigentlich auch. Es gibt nur die Möglichkeit, „sich als Pilger zu verkleiden“. Und falls die Kontingentierung für Pilger es zulässt, hat man vielleicht eine Chance. Mir ist das zu anstrengend, und ich begnüge mich mit der Bootstour. Und die ist absolut faszinierend, geradezu überwältigend. Ein Kloster nach dem anderen zieht vorbei, das eine direkt am Wasser, das andere hoch oben im Berg.

Beliebig nah kommen wir allerdings nicht an die Klöster heran. Denn es gibt auch weibliche Mitreisende auf unserer Tour. Und Schiffe mit Frauen an Bord dürfen nur auf maximal 500 m ans Ufer herankommen. Hier herrschen eben noch Zucht und Ordnung.

Manche Klöster liegen direkt am Wasser, …
… andere wiederum …
… hoch oben im Berg.
Weiteres Kloster am Meeresufer

Mein zweites und auch schon letztes Ziel in Griechenland sind die berühmten Meteora-Klöster. Hier war ich schon vor 43 Jahren mit meinem Bruder Jürgen und meinem VW-Käfer zu Besuch und freue mich sehr auf das Wiedersehen. Anders als damals geht es im Wesentlichen über inzwischen neu gebaute Autobahnen mit unzähligen Tunneln und ähnlich vielen Mautstationen, die mich in Summe 17,50 Euro kosten. Kurz hinter Thessaloniki stehe ich unglaublicherweise an einer Mautstation etwas länger als eine Viertelstunde, um dann 3 Euro abzuliefern. Der Schnelligkeitsvorteil der Autobahn relativiert sich dadurch etwas.

Die Felsformationen von Meteora

Mit einem öffentlichen Bus fahre ich vom Campingplatz in Kastraki aus zum höchstgelegenen, größten und auch ältesten Kloster Great Meteoron oder Megalo Meteoron. Hier steige ich aus, um dieses Kloster zu besuchen, dann den Berg hinunterzulaufen und am Weg liegende weitere Klöster zu besichtigen. Im Gegensatz zu damals mit meinem Bruder und mit Rücksicht auf meinen immer noch lädierten rechten Fuß nehme ich dazu die Asphaltstraße.

Die Lage der Klöster ganz oben auf den Felstürmen ist einfach nur spektakulär. Aber auch architektonisch und künstlerisch haben sie einiges zu bieten. In den Kirchen aller drei von mir besuchten Klöster, außer dem genannten noch Varlaam sowie das Nonnenkloster Roussanou, sind gruselige Folter- und Hinrichtungsszenen von Märtyrern dargestellt. In einer Vielzahl, wie ich das so noch nie irgendwo anders wahrgenommen habe.

Das Kloster Varlaam
Links das Kloster Varlaam, rechts Megalo Meteoron
Im Kloster Varlaam

Ich nehme Abschied von Meteora und von Griechenland und fahre weiter nach Albanien, ins Land der Skipetaren.

Fortsetzung folgt.

Auf Leonis Seitenwand ist die bisherige Reise durch Osteuropa und den Balkan dargestellt.

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