California, USA

Genau wie die Einreise nach Mexiko von Guatemala aus hat auch unsere Ausreise aus Mexiko in die USA ihre Besonderheiten. Wir wählen den Grenzübergang Tecate und sind dort ganz plötzlich und unversehens in den USA, ohne eine mexikanische Migración oder Aduana auch nur gesehen zu haben. Eine formale Ausreise aus Mexiko findet also gar nicht statt. Kein Stempel in den Pass, keine Rückgabe der Dokumente für Leoni, nichts. Wir sind sehr erstaunt.

Die Einreiseprozedur in die USA nur ein paar Meter weiter ist überraschend kurz und schmerzlos. Eine sehr nette Grenzerin gibt uns problemlos die gewünschte Aufenthaltsgenehmigung von 6 Monaten. Die aufwändige Prozedur der Visa-Beschaffung beim amerikanischen Konsulat in Frankfurt hat sich also letztlich doch gelohnt. Auch der Check des Kabineninhalts geht recht schnell vonstatten. Kurze Fragen nach mitgeführtem Obst, Gemüse, Fleisch, was wir jeweils verneinen, ein schneller Blick in den Kühlschrank und anschließend eine Kontrolle der Kabine von vielleicht fünf Minuten Dauer, bei der wir allerdings draußen warten müssen. Die Vorschrift will das so. Das war´s. Keine Frage zur Einreise unseres Fahrzeugs oder nach der Kfz-Versicherung. Nichts dergleichen. Wir freuen uns, dass wir diese aus unserer Sicht kritische Grenze so problemlos geschafft haben und sind richtig erleichtert.

Kurz darauf ist alles irgendwie anders. Dies betrifft unsere gesamte Umgebung, die Landschaft, die Ortschaften, die Einkaufsmöglichkeiten. Die Straßenränder sind sauber, wozu sicher auch die vielen Schilder mit der Aufschrift „1.000 $ Fine for Littering“ beitragen, und bald fahren wir auf einem gut ausgelasteten 12-spurigen Interstate-Highway an San Diego vorbei Richtung Poway. Dort verbringen wir das Pfingst-Wochenende bei Herta Salzmann. Herta stammt aus Darmstadt, lebt aber schon viele Jahrzehnte in den USA. Sie ist fast 81 Jahre alt und unglaublich fit. Erst vor ein paar Wochen haben wir sie auf der Baja kennengelernt, die sie früher mit dem Motorrad ausgiebig bereist hat. Spontan hatte sie uns zu sich eingeladen. Das riesige Haus mit großem Garten und Schwimmbad, das sie nach dem Tod ihres Mannes seit Jahren alleine bewohnt, lässt keine Wünsche offen. Wir verbringen mit ihr eine sehr angenehme und unterhaltsame Zeit. Vor allem ihre vielen Reisen und ihre hervorragenden Filme und fotografischen Arbeiten liefern jede Menge Gesprächsstoff.

Auf der Terrasse bei Herta Salzmann in Poway
Auf der Terrasse bei Herta Salzmann in Poway
Unser Übernachtungsplatz in der Garteneinfahrt neben Hertas Haus
Unser Übernachtungsplatz in der Garteneinfahrt neben Hertas Haus

Wir erfahren, dass sie in einem ZDF-Film von 2014 eine wichtige Rolle gespielt hat, und bekommen diesen Film auch zu sehen. Es geht um zwei deutsche Messerschmitt 323 „Gigant“, die im Juli 1943 von Engländern über Sardinien abgeschossen wurden. Das Transport-Flugzeug „Gigant“ war das größte Flugzeug des 2. Weltkriegs. Keines hat den Krieg überlebt. Doch vor Sardinien wurde nun von italienischen Tauchern das sehr gut erhaltene Wrack einer der beiden erwähnten Maschinen gefunden. Die andere war auf der Insel zerschellt. Der Vater von Herta Salzmann, Arthur Busch, war an Bord und starb bei dem Absturz. Er war als Zahlmeister von Generalfeldmarschall Erwin Rommel, der mit seinem Afrika-Korps in Nord-Afrika kämpfte, in Italien, um Sold für die Soldaten der Wehrmacht zu holen. Die Filmemacher des ZDF suchten für ihr Film-Projekt möglichst unmittelbare Nachkommen der bei den Abschüssen umgekommenen deutschen Soldaten und hatten dabei nach so vielen Jahren große Schwierigkeiten, wurden jedoch schließlich nach komplizierten Recherchen bei Herta fündig. Diese arbeitete am Film mit, gab ein im Film in Ausschnitten gezeigtes Interview und erfuhr durch die Zusammenarbeit ihr bisher unbekannte Umstände zum Tod ihres Vaters. Sie war 1943 gerade mal 8 Jahre alt.

Als wir am Morgen des Pfingstmontags aufstehen, ist beim Schützenfest Unges Pengste in Korschenbroich bereits Parade. Und schon im zweiten Jahr in Folge bin ich nicht dabei. Aber man kann schließlich nicht überall gleichzeitig sein. Und wir sind jetzt nun mal auf Weltreise. Nach einem sehr herzlichen Abschied von Herta setzen wir unsere Fahrt Richtung Norden fort.

Auf der Interstate 405 im Großraum Los Angeles
Auf der Interstate 405 im Großraum Los Angeles

Der Verkehr ist sehr dicht, aber wir kommen ohne Stau an Los Angeles vorbei. Irgendwann sind wir allerdings auf einer Toll-Road. Und anders als wir es bisher auf unserer Reise kennen, muss die Maut für diese Strecke per Internet bezahlt werden, wenn man keinen entsprechenden Chip im Auto hat. Niemand ist da, um Bargeld zu kassieren. Vorausschauend ahne ich Böses, denn die Bezahlung muss innerhalb von 5 Tagen erfolgen. Andernfalls drohen hohe Strafen. Für alles und jedes wird einem übrigens in USA Strafe angedroht, typischerweise in genau angegebener Höhe, z.B. Minimum Fine 251 $. Und keineswegs nur für das schon erwähnte Littering. Das fällt uns im Straßenbild extrem auf. Immer wieder sehen wir Schilder mit entsprechenden Strafandrohungen.

In Malibu fahren wir den Malibu Beach RV Park an. Die Übernachtungskosten hier schlagen mit heftigen knapp 45 $ zu Buche. Hoffentlich bleibt das eine seltene Ausnahme. Aber immerhin ist der Platz ausgesprochen gut gepflegt und bestens mit allem ausgestattet. Auch mit Wifi. Hildegard versucht gleich nach unserer Ankunft, per Internet die Mautgebühren zu bezahlen. Es kommt jedoch genauso wie von mir erwartet. Nach einer halben Stunde gibt sie entnervt auf. Als nächstes versuche ich es ebenfalls mindestens eine halbe Stunde lang mit allen verfügbaren Kreditkarten und stehe kurz vor einem Tobsuchtsanfall. Das auszufüllende Formular ist sehr liederlich programmiert, liefert ständig missverständliche oder falsche Informationen und stürzt auch gerne einmal ab. Das Ganze erinnert mich fatal an meine tagelangen erfolglosen Versuche, am Rechner noch von Deutschland aus die Anträge für unsere USA-Visa zu stellen. Doch irgendwann habe ich es auch dieses Mal geschafft, und die lächerlichen etwas mehr als 7 $ für die Maut sind endlich transferiert.

Wir fahren den berühmten und zum Teil wirklich spektakulären Highway California 1 die Küste entlang. Leider gibt es häufig starken Nebel, so dass wir manche schönen Passagen gar nicht richtig zu sehen bekommen. Unseren nächsten Übernachtungsstopp machen wir auf dem Cerro Alto Campground im Los Padres National Forest. Die Bezahlung in Höhe von 20 $ erfolgt im Self-Register-Verfahren. Man wählt einen noch freien Platz aus, schreibt dessen Nummer, seinen Namen und das Auto-Kennzeichen auf ein Couvert, legt einen 20$-Schein hinein und wirft das Couvert in eine Box.

Am folgenden Tag geht es zunächst weiter zum Hearst Castle. Wir werden aber von dem fürchterlichen Rummel dort und dem Eintrittspreis von 25 $ p.P. abgeschreckt und fahren weiter. Ein State Park Ranger, mit dem wir ins Gespräch kommen, rät uns, unbedingt die Seeelefanten-Kolonie ein paar Meilen weiter anzufahren. Das tun wir dann auch, was sich als ausgesprochen gute Idee erweist.

Tausende Nördliche Seeelefanten liegen in der Phase des Fellwechsels ziemlich untätig am Strand.
Tausende Nördliche Seeelefanten liegen in der Phase des Fellwechsels ziemlich untätig am Strand.
Ab und zu gibt es kleinere, aber nur „verbale“ Auseinandersetzungen.
Ab und zu gibt es kleinere, aber nur „verbale“ Auseinandersetzungen.

Tausende Seeelefanten liegen in der Phase des Fellwechsels ziemlich untätig am Strand. Meist sind es Weibchen und junge Bullen. Die alten Bullen sind um diese Jahreszeit schon zum Jagen auf See. So viele Seeelefanten auf einmal haben wir noch nie gesehen. Insgesamt ist die Kolonie hier unglaubliche 23.000 Tiere stark. Wie erwähnt sind zurzeit nicht alle anwesend, aber es ist auch so ein wirklich spektakuläres Panorama. Die Nördlichen Seeelefanten sind etwas kleiner als die Südlichen, die wir auf der Peninsula Valdes und in der Antarktis kennengelernt haben. Aber das ist eher nebensächlich.

Bevor wir weiterfahren, schwimmen zu unserer Freude noch drei Grauwale in Ufernähe vorbei. Somit bekommen wir diese großartigen Tiere, die wir auf der Baja ja verpasst hatten, doch noch zu sehen. Sie schwimmen die Westküste Nordamerikas hoch zu ihren Sommer-Jagdgebieten vor Alaska und müssen sich dabei sehr in Acht nehmen vor den Orkas, die schon auf sie warten und jedes Jahr einen beträchtlichen Anteil der Jungtiere aus dem Verkehr ziehen. Es gilt auch hier wie überall: Fressen und gefressen werden.

Die Küste am Highway California 1 im Nebel
Die Küste am Highway California 1 im Nebel
Zum Glück klart es manchmal etwas auf
Zum Glück klart es manchmal etwas auf

Der von uns angefahrene Limekiln Campground liegt immer noch im flächenmäßig sehr ausgedehnten Los Padres National Forest und ist genau wie alle anderen Campingplätze in der Nähe voll. Man rät uns, die Nacimiento Road hoch zu fahren. Dort gäbe es etliche Parkbuchten, und das Übernachten dort wäre legal. Überall in National Forests ist nämlich wildes Übernachten zulässig, solange man bestimmte Regeln einhält, wie zum Beispiel keine Wege versperren, keinen Unrat hinterlassen, etc. Wir folgen dem uns gegebenen Rat, finden eine schöne Parkbucht auf 400 m Höhe und genießen nur wenige Meter von Leoni entfernt auf einer kleinen Wiese den sonnigen Spätnachmittag. Unter uns versperrt eine geschlossene Wolkendecke die Sicht auf die spektakuläre Küste.

Am Morgen sind wir selbst dann ebenfalls von dicken Wolken umgeben. Aber während der Fahrt kommt dann irgendwann doch die Sonne heraus, jedoch ohne perfektes Foto-Licht zu liefern. Für ein paar schöne Eindrücke der imposanten Szenerie reicht es immerhin. Gegen Mittag erreichen wir in Monterey den Campingplatz des Veterans Parks, checken im Self-Register-Verfahren für 30 $ ein und laufen ungefähr zwei Kilometer hinunter ins Zentrum der Stadt. Monterey war von 1777 an als Nachfolgerin von Loreto auf der Baja die Hauptstadt beider Californias. 1846 im mexikanisch-amerikanischen Krieg übernahmen die Amerikaner die Stadt, und die Mexikaner mussten ganz Alta California in der Folge an die USA abtreten.

Am Yachthafen von Monterey
Am Yachthafen von Monterey
Das Custom House, ältestes Regierungsgebäude im heutigen US-Bundesstaat California
Das Custom House, ältestes Regierungsgebäude im heutigen US-Bundesstaat California

Unten am Yachthafen besichtigen wir das Custom House, das älteste Regierungsgebäude im heutigen US-Bundesstaat California, das die Mexikaner von 1822 bis 1846 nutzten, um die anfallenden Hafengebühren einzutreiben. Unser Hauptinteresse in Monterey gilt jedoch dem weltberühmten Aquarium, das 1984 von David Packard, dem inzwischen verstorbenen Mit-Begründer von Hewlett-Packard, gestiftet worden ist und sich ausschließlich durch Spenden und Eintrittsgelder trägt. Wir marschieren vom Yachthafen aus über einen gut ausgebauten Fußweg am Ufer entlang die gut zwei Kilometer dorthin. Der Eintritt kostet heftige 39,95 $ p.P. Aber dieses Geld ist gut angelegt, denn das Aquarium ist einsame Spitze.

Das Monterey Bay Aquarium
Das Monterey Bay Aquarium
Publikumswirksame Fütterung der Fische durch Taucher
Publikumswirksame Fütterung der Fische durch Taucher

Die spektakulärsten Attraktionen sind ein Riesenbecken mit Kelp-Wäldern und vielen großen Fischen sowie ein Tiefseebecken mit ausgewachsenen Hammerhaien, mindestens 2 m langen Thunfischen, großen Rochen und enorm großen Schwärmen von „Beute-Fischen“, in das man durch ein Fenster von unglaublichen 17 m x 5 m Größe hineinschauen kann. Die beiden Groß-Becken sind in der Tat überaus eindrucksvoll. Doch das ist nicht alles. Es gibt außerdem viele kleinere Becken mit Riesen-Oktopussen, Seepferdchen, Seeanemonen, Quallen, Perlbooten (Nautilus), mit vielen nie gesehenen Wundern der Natur. Die ganze Anlage des Monterey Bay Aquariums ist einfach nur toll. Um Punkt 17 Uhr werden wir dann allerdings quasi rausgeworfen. Nach gut zwei Stunden im Aquarium sind wir aber auch mit Eindrücken derart „überfüttert“, dass wir den Rauswurf widerstandslos akzeptieren. Draußen auf der Straße hoffen wir auf ein Taxi, finden aber nirgendwo eines. Das bedeutet zum Abschluss des Tages noch einen gut einstündigen Fußmarsch hoch zu Leoni.

Im Straßenatlas Rand McNally hatte ich eine Passage über den Big Basin Redwoods State Park rund 100 km südlich von San Francisco gefunden. Diese las sich so interessant, dass wir beschließen, dort einmal vorbeizufahren. Quasi auf dem Gnadenwege bekommen wir nach einigen Verhandlungen für 35 $ noch einen Übernachtungsplatz auf einem der Campgrounds. Das Wochenende steht vor der Tür, und die Campgrounds hier sind äußerst begehrt. Wir stehen mitten in einem beeindruckenden Redwood-Wald. Die Redwoods, Sequoia Sempervirens, werden mehr als 100 m hoch und über 2.000 Jahre alt und kommen ausschließlich im Küstenbereich des nördlichen Kaliforniens vor. Ich wusste zwar, dass es ganz im Norden Kaliforniens den Redwood National Park gibt, aber nicht, dass diese wunderbaren Bäume in riesigen Beständen sogar noch südlich von San Francisco vorkommen. Wir sind absolut begeistert. In einer ausgiebigen Nachmittagswanderung durchstreifen wir den Wald.

Redwoods sind imposante, schlanke und extrem hoch aufragende Bäume
Redwoods sind imposante, schlanke und extrem hoch aufragende Bäume
Von Alter, Sturm und/oder Blitz gefällter Redwood
Von Alter, Sturm und/oder Blitz gefällter Redwood
Ein häufiger Anblick: Von Feuer ausgehöhlter Redwood
Ein häufiger Anblick: Von Feuer ausgehöhlter Redwood

Leider konnten wir unseren Übernachtungsplatz im Big Basin Redwoods State Park nur für eine Nacht sichern, so dass wir am nächsten Morgen notgedrungen weiterfahren müssen Richtung San Francisco. Übernachtungsmäßig ist San Francisco für Overlander schwierig. Es gibt zwar ziemlich weit außerhalb einen RV Park, der allerdings 85 $ pro Nacht berechnet. Wir wollen nicht weitgehend sinnlos so viel Geld verpulvern und hatten frühzeitig nach Alternativen gesucht. Auf meine Anfrage im Panamericana-Forum kam der Hinweis, es doch auf dem Bernal Hill im Stadtteil Bernal Heights zu versuchen. Wir fahren hin und beschließen, hier am Straßenrand zu übernachten. Völlig ungestört stehen wir hier zwei Nächte.

Blick vom Bernal Hill auf San Francisco
Blick vom Bernal Hill auf San Francisco
Die für San Francisco so typischen Wohnhäuser (1)
Die für San Francisco so typischen Wohnhäuser (1)
Die für San Francisco so typischen Wohnhäuser (2)
Die für San Francisco so typischen Wohnhäuser (2)
Zentrum von San Francisco
Zentrum von San Francisco
Cable Cars
Cable Cars
In einem Park in Chinatown
In einem Park in Chinatown

Noch am Ankunftstag laufen wir den Berg hinunter bis zum Stadtteil Mission und fahren dann mit dem Taxi weiter ins Zentrum. Am nächsten Tag machen wir es dann anders und laufen den ganzen Weg von knapp 10 km zu Fuß. Zurück geht es jeweils mit dem Taxi. San Francisco ist eine sehr schöne Stadt, die im Gegensatz zu fast allen anderen US-amerikanischen Städten, vielleicht mit Ausnahme von Boston, auch Fußgängern Freude bereitet. Natürlich hat sich auch San Francisco seit meinem ersten Besuch 1979 weiterentwickelt, aber viele der alten Landmarken sind unverändert da. Market Street, die Cable Cars, Chinatown, Fisherman´s Wharf, Lombard Street, die Bay Bridge und natürlich auch die Golden Gate Bridge, das unangefochtene Wahrzeichen der Stadt.

Obdachlose nur wenige Blöcke vom Zentrum San Franciscos entfernt
Obdachlose nur wenige Blöcke vom Zentrum San Franciscos entfernt

Extrem auffällig und auch erschreckend sind die vielen Obdachlosen, die in unmittelbarer Nähe des Zentrums auf den Bürgersteigen campieren, zum Teil auch einfach so auf dem Boden liegen. Offenbar lässt man sie gewähren. Zum Teil sind ganze Straßenzüge mit Zeltreihen zugepflastert. Zu berücksichtigen ist bei dieser Beobachtung, dass wir gerade anderthalb Jahre in Lateinamerika herumgereist sind. Wir sollten diesbezüglich also eigentlich doch abgehärtet sein. Aber so etwas haben wir bisher nirgendwo gesehen. Die USA sind bekanntlich das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Nach oben, vor allem aber offenbar auch nach unten.

Eine Attraktion, die es bei meinem Besuch 1979 noch nicht gab: Seelöwenkolonie am Pier 39 in Fisherman´s Wharf
Eine Attraktion, die es bei meinem Besuch 1979 noch nicht gab: Seelöwenkolonie am Pier 39 in Fisherman´s Wharf
Kyoto in Japan? Nein, das Japanese Tea House im Golden Gate Park in San Francisco
Kyoto in Japan? Nein, das Japanese Tea House im Golden Gate Park in San Francisco

Ein in San Francisco dringend zu lösendes Problem betrifft die Geldbeschaffung. Seit San Diego war kein Geldautomat mehr bereit, mir oder Hildegard Geld auszuzahlen. Ich hatte mindestens 15 erfolglose Versuche, Hildegard ein paar weniger. In Saratoga hatte ich erfolglos in einer Bank vorgesprochen, um das Problem zu lösen. Von San Francisco aus rufen wir dann unsere Bank in Deutschland an und bekommen die Bestätigung. Ja, unsere Karten sind gesperrt. Mit der merkwürdigen Begründung, dass sehr oft versucht wurde, in USA davon Geld abzuheben. Ja, aber was sollen wir denn anders machen, als es immer wieder zu versuchen, wenn es nicht funktioniert? Unsere Karten werden während des Telefonats wieder frei geschaltet, und bald sind wir wieder flüssig.

Vor der Golden Gate Bridge
Vor der Golden Gate Bridge

Bevor wir Richtung Yosemite National Park weiterfahren, wollen wir die Golden Gate Bridge überqueren. Das hatte ich bei meinem ersten Besuch der Stadt damals nicht geschafft. Leider ist es ziemlich bewölkt, und die erhofften Postkarten-Fotos der Brücke kommen eher nicht zustande. Immerhin gelingt die zweimalige Durchquerung der Stadt völlig problemlos. Bei der Rückfahrt über die Golden Gate Bridge ist auf Schildern von einer Maut in Höhe von etwas mehr als 7 $ die Rede. Aber es gibt keinerlei Hinweis, wie dieses Geld zu bezahlen ist. Es kassiert auch niemand ein. Das Gleiche wiederholt sich bei der Überquerung der Bay Bridge eine halbe Stunde später. Auch hier wird mit Schildern auf „Toll Road“ hingewiesen, aber niemand kassiert. Ob die Amis sich die Mühe machen, über die Autonummer unsere Adresse zu ermitteln und Rechnungen nach Deutschland zu schicken? Wir sind gespannt.

Nicht überall bekommen wir Diesel.
Nicht überall bekommen wir Diesel.

Unsere weitere Fahrt geht ausnahmsweise mal nicht nach Norden, sondern direkt nach Osten, unmittelbar auf den Yosemite National Park zu. Irgendwann würden wir gerne tanken, doch die zunächst angefahrenen Tankstellen haben alles Mögliche, nur keinen Diesel. Man sollte mit dem Tanken in USA also offenbar nicht allzu lange warten. Das könnte kritisch werden.

Kurz vor dem Yosemite National Park gehen wir auf einen Campground des Stanislaus National Forests. Wir haben zwar wenig Hoffnung, für die nächsten Tage einen Übernachtungsplatz innerhalb des Nationalparks zu bekommen, wollen aber trotzdem am nächsten Morgen in aller Frühe unser Glück versuchen. Wir kaufen zunächst für 80 $ den America-the-Beautiful-Pass, der ein Jahr lang zum Zugang in alle US-amerikanischen National Parks und Monuments berechtigt. Wie befürchtet erfahren wir anschließend im Campingplatz-Reservierungsbüro, dass kein einziger Stellplatz für Camper oder RVs im Park frei ist. Es gibt nur noch ein paar Plätze für Zelte. RV-Stellplätze in Yosemite sind typischerweise Monate im Voraus ausgebucht. Wir fahren zurück zum nächstgelegenen Campground im Stanislaus National Forest und belegen für 5 Nächte einen der noch freien Plätze. Für 24 $ pro Nacht. In den folgenden Tagen fahren wir dann immer wieder die 47 km bis zum Visitor Center im Yosemite Valley. Und abends die gleichen 47 km wieder zurück. Das ist lästig, kostet jeweils eine gute Stunde, ermöglicht uns aber den Zugang zu allen Highlights dieses weltweit wirklich unvergleichlichen Tales.

Yosemite gilt als das Aushängeschild der amerikanischen National Parks. Es gibt so viele Möglichkeiten für Aktivitäten aller Art, dass die Auswahl wirklich schwierig ist. Ein Tourist mit genau diesem Problem soll einen National Park Ranger gefragt haben, was dieser denn machen würde, wenn er in Yosemite nur einen Tag zur Verfügung hätte. Die knappe Antwort des Rangers, die dem Touristen allerdings nicht wesentlich weitergeholfen haben dürfte, lautete angeblich: „Weinen.“

An der Zufahrtsstraße zum Yosemite Valley
An der Zufahrtsstraße zum Yosemite Valley
Im Yosemite Valley, Blickrichtung zum Talausgang
Im Yosemite Valley, Blickrichtung zum Talausgang
Im Yosemite Valley, Blickrichtung ins Tal hinein. Im Hintergrund Half Dome
Im Yosemite Valley, Blickrichtung ins Tal hinein. Im Hintergrund Half Dome
Die Lower Yosemite Falls
Die Lower Yosemite Falls
Unser erster Schwarzbär
Unser erster Schwarzbär

Am ersten Tag im Yosemite Valley machen wir eine Schnupper-Tour mit dem kostenlosen Shuttle Bus, der die interessanten Punkte der Reihe nach anfährt. Mit dem Shuttle-Bus-System soll der unglaublich dichte Autoverkehr im Tal zumindest ein wenig eingedämmt werden. Das Yosemite Valley ist für Besucher, die praktisch alle mit dem Auto kommen, ganz einfach außerordentlich attraktiv. Hohe Granitfelsen, die mehr als 1.000 m über dem Talboden aufragen, rahmen es auf beiden Seiten ein. Nachdem wir uns einen ersten Überblick verschafft haben, fahren wir am späten Nachmittag zu unserem Campground zurück – und sehen unmittelbar neben der Straße unseren ersten Schwarzbären. Es soll zumindest in Kalifornien auch der einzige bleiben.

Giant Sequoias in der Merced Grove
Giant Sequoias in der Merced Grove
Blickt man an einer Giant Seqoia hoch, kann einem schwindelig werden.
Blickt man an einer Giant Seqoia hoch, kann einem schwindelig werden.
An umgefallenen Giant Sequoias werden einem die gigantischen Baum-Dimensionen besonders bewusst
An umgefallenen Giant Sequoias werden einem die gigantischen Baum-Dimensionen besonders bewusst
Blühender Dogwood
Blühender Dogwood
Maultierhirsche
Maultierhirsche

In Yosemite gibt es drei große Ansammlungen von Sequoiadendron Giganteum, auch Giant Sequoia, Big Tree oder zu Deutsch Mammutbaum genannt, die jeweils Grove genannt werden, also Hain oder Gehölz. Zwei davon besuchen wir, die Merced Grove und die Tuolumne Grove. Die dritte und eigentlich bekannteste, die Mariposa Grove, ist leider das ganze Jahr über wegen Restaurierungsarbeiten für Touristen gesperrt. Die Giant Sequoias sind nicht so schlank und so groß wie die die nah verwandten Redwoods, aber wesentlich massiver und auch bedeutend eindrucksvoller als diese. Ihr natürliches Vorkommen ist beschränkt auf die Sierra Nevada in Kalifornien. Sie kommen dort nur in Höhenlagen von 1.500 m bis 2.100 m vor. Die ältesten Exemplare werden auf geradezu unglaubliche 3.200 Jahre geschätzt. Damals regierte im alten Ägypten gerade Ramses II. Interessanterweise ist damit ihr Lebensende aber nicht unbedingt erreicht, denn sie sterben nicht etwa an Altersschwäche. Sie fallen vielmehr, vorzugsweise in hohem Alter, um und sterben dann. Ihr Wurzelsystem reicht nicht sehr tief in den Boden, ist also vergleichsweise oberflächennah und irgendwann nicht mehr in der Lage, den von Jahr zu Jahr dicker und schwerer werdenden Baum, zum Beispiel bei Sturm, noch aufrecht zu halten.

Unser ganz persönliches Highlight in Yosemite ist der Four Mile Trail aus dem Tal hoch zum Glacier Point. Das Wetter ist phantastisch, und frohen Mutes begeben wir uns ans Werk. Es geht angenehm sachte den Berg hoch. Das Verblüffende für uns ist, dass große Teile des Weges asphaltiert sind. Der Teerbelag hat sich zwar sehr häufig bereits wieder aufgelöst, aber er ist nicht ohne Gefahren. Einmal schlage ich fast der Länge nach hin, weil Sand auf Teer ungefähr so wirkt wie Glatteis oder Schmierseife. Die Ausblicke hinunter ins Tal sind phantastisch. An jeder Wegbiegung ergeben sich neue Panoramen, auf die Yosemite Falls, auf Half Dome, auf die ganze Bergkette der Sierra Nevada. Eines schöner als das andere.

Blick vom Four Mile Trail hinunter ins Yosemite Valley
Blick vom Four Mile Trail hinunter ins Yosemite Valley
Auf dem Four Mile Trail. Im Hintergrund Half Dome
Auf dem Four Mile Trail. Im Hintergrund Half Dome
Blick vom Glacier Point ins Tal des Mirror Lakes. Rechts Half Dome
Blick vom Glacier Point ins Tal des Mirror Lakes. Rechts Half Dome

Nach 3,5 Stunden sind wir am Glacier Point angekommen und ziemlich davon überrascht, wie viele Leute wir dort antreffen. Diese sind mit dem Bus angereist und haben jeweils 25 $ dafür bezahlt. Wie wir später erfahren, war die Straße hoch zum Glacier Point nach der langen winterlichen Sperrung gerade am Vortag wieder freigegeben worden. Die Bus-Touristen genießen dasselbe spektakuläre Panorama wie wir, haben sich dieses im Gegensatz zu uns nach unserem Empfinden aber nicht wirklich verdient.

Unsere Oberschenkelmuskeln krampften auf den letzten Metern nach oben bereits etwas, und es ist gut, dass beim Abstieg andere Muskelpartien belastet werden. Wir laufen trotzdem beide etwas „unrund“, als wir nach 2,5 Stunden Abstieg wieder bei Leoni ankommen. Vor 37 Jahren hatte ich den Four Mile Trail mit seinen 975 m Höhendifferenz gemeinsam mit meinem Freund Eckerhard bereits einmal bewältigt, und irgendwie ist er mir damals gar nicht so anstrengend vorgekommen. Komisch eigentlich.

Auch das ist Yosemite: Dichter Laubwald im Tal des Mirror Lakes
Auch das ist Yosemite: Dichter Laubwald im Tal des Mirror Lakes
Spiegelungen im mit Recht so benannten Mirror Lake
Spiegelungen im mit Recht so benannten Mirror Lake
Hetch Hetchy Reservoir
Hetch Hetchy Reservoir

Zwei weitere schöne Ausflüge im Yosemite Park führen uns zum Mirror Lake am Ende des Yosemite Valleys und zum Hetch Hetchy Reservoir im abgelegeneren nordwestlichen Teil des Parkes. Um dorthin zu gelangen, muss man einen anderen Parkeingang benutzen als den zum Yosemite Valley. Der uns dort kontrollierende Ranger vom Typ Alternder Hippie stellt fest, dass er unser Auto schon einmal gesehen hat: In Australia, New Zealand, Africa, South America. Er ist offenbar weit herumgekommen, hat aber nicht mehr das beste Gedächtnis. Bei der Ausfahrt aus dem Park ein paar Stunden später ist er sich dann sicher: „It was in Argentina.“ Was immerhin gut sein kann. So klein ist manchmal die Welt.

Chlorophyllfreie Snow Plant
Chlorophyllfreie Snow Plant
Ganze Gruppe Snow Plants
Ganze Gruppe Snow Plants
Schwalbenschwanz
Schwalbenschwanz
Specht
Specht

Südlich von Yosemite liegen ebenfalls in der langgezogenen Bergkette der Sierra Nevada die beiden zusammenhängenden Nationalparks Kings Canyon und Sequoia. Hier findet man die größten Ansammlungen von Giant Sequoias. Wir besuchen zunächst die General Grant Grove und den Big Stump Trail, wo die vor über 100 Jahren von Holzfällern angerichteten Verwüstungen zu besichtigen sind. Der Mark Twain Stump ist wohl der größte der hier versammelten Baumstümpfe. Der zugehörige riesige Baum wurde damals abgeholzt, weil ein Museum im Osten der USA unbedingt eine Scheibe aus einer möglichst mächtigen Sequoia haben wollte. Nur deshalb. Eigentlich unfassbar.

Waldbrände hinterlassen an Sequoias oft ihre Spuren, können ihnen in der Regel aber nichts Ernsthaftes anhaben.
Waldbrände hinterlassen an Sequoias oft ihre Spuren, können ihnen in der Regel aber nichts Ernsthaftes anhaben.
Von Sequoias dominierter Mischwald
Von Sequoias dominierter Mischwald
Auch nur mittelgroße Sequoias haben bereits gewaltige Ausmaße (1)
Auch nur mittelgroße Sequoias haben bereits gewaltige Ausmaße (1)
Auch nur mittelgroße Sequoias haben bereits gewaltige Ausmaße (2)
Auch nur mittelgroße Sequoias haben bereits gewaltige Ausmaße (2)
Auch nur mittelgroße Sequoias haben bereits gewaltige Ausmaße (3)
Auch nur mittelgroße Sequoias haben bereits gewaltige Ausmaße (3)

Die Straße vom Kings Canyon zum Sequoia National Park führt ein paar Kilometer durch National Forest. Dort darf man bekanntlich kostenlos wild campen. Diese Chance nutzen wir, fahren ein paar hundert Meter einen Waldweg hinein und finden einen wunderschönen Stellplatz, den wir zwei Nächte hintereinander nutzen. Wir sind auf gut 2.100 m Höhe, und abends wird es schnell frisch.

Unsere schönste Tour in der Gegend machen wir in der nur wenige Kilometer entfernten Redwood Mountain Grove, die zum Kings Canyon National Park gehört. Hier steht der wahrscheinlich tollste Wald, den ich jemals gesehen habe, und gleichzeitig der wohl größte Mammutbaum-Wald der Welt. Laut Nationalparkbehörde sind hier 15.800 Giant Sequoias mit einem Stamm-Durchmesser von mindestens 30 cm versammelt. Die Redwood Mountain Grove ist allerdings keine Monokultur, sondern ein gesunder Mischwald, mit den verschiedensten Koniferen, aber auch Laubbäumen. Wir durchstreifen das Gelände auf verschiedenen Wanderwegen und sind erst nach 4,5 Stunden ziemlich ermattet, aber überaus zufrieden und einer großen Menge neuer Fotos wieder am Auto zurück.

Der General Sherman Tree, der am Stammvolumen gemessen größte Baum der Welt
Der General Sherman Tree, der am Stammvolumen gemessen größte Baum der Welt
Der Stamm des General Sherman Trees hat gewaltige Ausmaße. Rechts im Hintergrund Hildegard als Größenvergleich
Der Stamm des General Sherman Trees hat gewaltige Ausmaße. Rechts im Hintergrund Hildegard als Größenvergleich

Viel bekannter als die Redwood Mountain Grove ist der Giant Forest im Sequoia National Park, der aber mit 8.400 Sequoias über 30 cm Stammdicke nur etwa halb so viele Giant Sequoias hat. Dafür ist er erheblich leichter zugänglich und besitzt mit dem General Sherman Tree den am Stammvolumen gemessen größten Baum der Welt. Dessen Alter wird auf 2.200 Jahre und sein Stammgewicht auf 1.385 t geschätzt. Ein riesiger und eindrucksvoller Baum, der jeden Tag von Heerscharen von Touristen umlagert ist. Der General Sherman ist allerdings bei weitem nicht der älteste Big Tree, verfügt aber über geradezu perfekte Standortbedingungen, die seinen Riesenwuchs ermöglichten.

Um zu unserem nächsten Ziel Death Valley zu kommen, müssen wir einen ziemlichen Schlenker nach Süden machen. Denn der südliche Teil der Sierra Nevada wird von keiner einzigen Straße durchquert. Auf unserem Weg übernachten wir auf dem Campingplatz des Red Rock Canyon State Parks in der Mojave-Wüste.

Eingang zum Death Valley National Park
Eingang zum Death Valley National Park

Der Death Valley National Park besteht nicht nur aus dem sehr heißen und zum Teil unterhalb des Meeresspiegels liegenden namengebenden Tal, sondern auch aus hohen, dieses Tal umgebenden Bergen. Und diese Berge müssen wir zunächst einmal überwinden. Nach Durchquerung eines Seitentales geht es erneut steil hoch. Ich muss rechts ranfahren, da der Motor zu überhitzen droht. Das hatten wir bisher noch nie. Nach einer Abkühlungsphase mit offener Motorhaube fahren wir mit voll eingeschalteter Heizung und offenen Fenstern in glühender Hitze weiter. Der Trick funktioniert. Die durch die Heizung abgeführte Wärme reicht aus, die Motortemperatur ausreichend niedrig zu halten.

Das Death Valley liegt zum Teil unterhalb des Meeresspiegels
Das Death Valley liegt zum Teil unterhalb des Meeresspiegels
Sanddünengebiet mit abgestorbener Vegetation
Sanddünengebiet mit abgestorbener Vegetation

Im zentralen Ort Furnace Creek, Backofen-Bach, befinden sich ein Visitor Center und drei Campgrounds, von denen jetzt Anfang Juni aber nur noch einer geöffnet ist. Die Rangerin will uns unbedingt einen teuren Campground mit Stromanschluss verkaufen, weil sie sich eine Nacht ohne Air Condition für uns nicht recht vorstellen kann. Wir haben in Leoni außer in der Fahrerkabine aber keine Air Condition und bestehen daher auf dem mit 12 $ deutlich günstigeren Stellplatz ohne alles. Am Visitor Center werden als Temperatur mal 119, mal 120 Grad Fahrenheit angezeigt. In Leoni gibt das Thermometer kurz vor 18 Uhr für drinnen 42,4 und für draußen 46,2 Grad Celsius an. Das ist schon ganz ordentlich, und frieren müssen wir zunächst einmal nicht.

119 Grad Fahrenheit am Visitor Center Furnace Creek
119 Grad Fahrenheit am Visitor Center Furnace Creek
In Leoni zeigt das Thermometer kurz vor 18 Uhr für drinnen 42,4 und für draußen 46,2 Grad Celsius an
In Leoni zeigt das Thermometer kurz vor 18 Uhr für drinnen 42,4 und für draußen 46,2 Grad Celsius an.

Kurz danach in der Bar des Ortes ist das schon nicht mehr ganz so eindeutig. Dort gibt es nicht nur eiskaltes belgisches Bier von Stella Artois vom Fass, sondern auch einen sehr stark heruntergekühlten Schankraum. Wir lassen uns das hervorragende Bier schmecken, müssen dann aber notgedrungen doch irgendwann zurück nach draußen zu Leoni. Bei Sonnenuntergang liegen dort die Temperaturwerte für drinnen und draußen noch jeweils über 40 Grad.

Das Death Valley ist nun einmal der heißeste Ort auf Erden. Die höchste hier jemals gemessene Temperatur lag allerdings noch bedeutend höher als das, was wir gerade erleben. Sie betrug 57,1 Grad Celsius, gemessen vor über hundert Jahren, im Juli 1913.

Ungefähr alle zwei Stunden in der folgenden Nacht stehen wir auf und nehmen Flüssigkeit zu uns. Wir sind froh, dass wir einen gut gefüllten Kühlschrank haben. Dieser kämpft tapfer gegen die Hitze an, verbraucht dabei ungeahnte Mengen Solarstrom, sichert aber erfolgreich unser Wohlergehen. Morgens um 6 Uhr stehen beide Temperaturanzeigen noch auf 33 Grad. Wir stehen zeitig auf und lassen bald den Glutofen Death Valley hinter uns. In Las Vegas angekommen stellen wir dann allerdings fest, dass es hier nur unwesentlich „kühler“ ist.

Ein Kommentar

  1. Bernd said:

    Hallo Leoni Team,
    jetzt bin ich aber froh, dass Ihr ebenfalls ungestempelt Mexico verlassen habt. Als wir 2011 per Flugzeug dort ein- und ausgereist sind, haben wir auch nur einen Stempel bei der Einreise erhalten. Da steht aber das Einreisedatum sehr genau drauf und ich glaube, man will sich bei der Ausreise einfach nur die Stempelfarbe und den Aufwand sparen, Hauptsache man verlässt rechtzeitig das Land.
    Wenn andere Länder auch so wirtschaftlich denken würden, könnte auch ich sparen und bräuchte nur alle 5 Jahre einen neuen Pass.
    Verzockt in Vegas weder Euer Geld noch Leoni, denn nach Alaska ist es noch weit.
    Gruß und gute Reise
    Bernd

    6. Juni 2016
    Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.